warum wir das wollen

„So manches Mal stand ich an der Straße und habe die Luft angehalten, dass kein Unfall passiert“. So beschrieb es kürzlich ein Anwohner der Bergstraße im Unterdorf von Kelsterbach. Ein anderer schrieb, dass er beobachtet, wie einige Autos vor der Kurve beschleunigen, statt abzubremsen. Wieder andere berichten von kleineren Unfällen und Schreckmomenten: insbesondere auch was ihre Kinder angeht.

 

Ich selber beobachte seit Jahren ein hohes Verkehrsaufkommen der unteren Berg-, Main und Schwanheimer Straße, insbesondere aber auch ein durch wenig Rücksicht geprägtes Fahrverhalten der Autofahrer, aber auch der Radfahrer im Kurvenbereich der unteren Bergstraße. Hier habe ich schon jede Menge Beinahe-Unfälle gesehen, zum Teil war ich aber auch Ersthelfer bei tatsächlichen Unfällen.

 

Bei der K162 handelt es sich um eine Kreisstraße von etwa 1,8km Länge, welche eine Ausfahrtstraße aus dem Zentrum von Kelsterbach darstellt. Sie beginnt, nahe dem Bahnhof, als Bergstraße und geht am Mainufer über in die Mainstraße, um dann schließlich als Schwannheimer Straße zum Ortsausgang zu führen. Die obere Bergstraße ist gesäumt von Geschäften, Pizzarien, Döner-Restaurants, gefolgt von der neobaroken Herz-Jesu Kirche sowie eines Moscheenvereins gegenüberliegend. Im Übergang zur Mainstraße schließt sich die Kelsterbar als Publikumsmagnet am Mainufer an. Schräg gegenüber befindet sich ein direkter Zugang zur Grundschule des Unterdorfes (Bürgermeister Hardt Schule), ihr angeschlossen sind ein Kindergarten sowie zwei Kinderbetreuungen. Von hier geht die Mainstraße zunehmend in ein Wohngebiet über, links erschließt sich noch am Mainufer ein schöner Spielplatz sowie ein Restaurant.

 

Trotz enger Kurven, unsicherer Sichtverhältnisse und eines regen Schulbetriebes gilt im gesamten Bereich Tempo 50 km/h. Das ist jedoch, wie oben erwähnt, an sich schon zu schnell, wird aber gerne auch großzügig ausgelegt.

Eine Geschwindigkeitsreduktion wurde bisher von der Stadt Kelsterbach abgelehnt.

 

Dabei ist „bei derart hochrangigen Rechtsgütern wie Leib, Leben und Gesundheit ein behördliches Einschreiten bereits bei einer geringeren Wahrscheinlichkeit des Schadenseintritts zulässig und geboten.“ (VG Bad Neustadt Az. 3 K 372 18.NW vom 5.7.2019).

Ebenso sieht die Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs Ordnung (VwV-StVO)“ vor „Innerhalb geschlossener Ortschaften die Geschwindigkeit im unmittelbaren Bereich von an Straßen gelegenen Kindergärten, -tagesstätten, -krippen, -horten, allgemeinbil- denden Schulen, Förderschulen für geistig oder körperlich behinderte Menschen, Alten- und Pflegeheimen oder Krankenhäusern in der Regel auf Tempo 30 km/h zu beschränken ….soweit die Einrichtungen über einen direkten Zugang zur Straße verfügen“ (Bundesgesetzblatt Mai 2017).

Ein Verweis auf die Zuständigkeit an den Kreis Groß Gerau wird dadurch nichtig, da dieser wiederum eindeutig auf die Zuständigkeit der Stadt verweist und die Stadt Kelsterbach wiederum in der Vergangenheit bauliche Maßnahmen zur Reduktion der Geschwindigkeit am Ortsausgang bewilligt hatte, „da die K162 viele Autofahrer zu schnellen Fahren verleitet“ (Kelsterbach Aktuell Ausgabe 31/2014 Seite 3).

Kelsterbach schmückt sich, mit Sicherheit auch in vielen Bereichen zu Recht, als Familienstadt. Noch zu Beginn des letzten Schuljahres hat Herr Ockel, Bürgermeister der Stadt Kelsterbach, in einem Anschreiben an die Eltern der neuen Schützlinge der Bürgermeister-Hardt-Schule auf die Wichtigkeit der Sicherheit im Straßenverkehr hingewiesen. Durchaus beachtenswert! In unserer täglichen Wahrnehmung machen sich viele Anwohner jedoch große Sorgen um die tatsächliche Sicherheit aller Schützlinge, der Besucher und Anwohner, der Kinder und besonders auch der Radfahrer.

 

Wer kann etwas verändern: Der  Magistrat der Stadt Kelsterbach, Bürgermeister Manfred Ockel